Das Thema „Frauen im Nationalsozialismus“ ist anscheinend kein Thema, dem man sich in den bekannten Nachschlagewerken (ausführlich) widmet. Die Schlagworte mit denen ich die Werke durchsucht habe waren vorwiegend „Nationalsozialismus“, „Frauen“, „Mutterkreuz“, teilweise auch „Frauenbewegung“ – dieser Begriff entspricht eigentlich nicht meinen ursprünglichen Thema, ich habe aber im GEOThemenlexikon Geschichte den Hinweis gefunden, dass die Frauenbewegung im Nationalsozialismus völlig zum Erliegen kommt. Das wiederum erklärt auch warum die Zeit des Nationalsozialismus im Artikel über die Frauenbewegung im Brockhaus völlig ausgelassen wird.
Ziemlich enttäuschend verlief die Recherche bei einem Werk, das auf den ersten Blick vielversprechend klang: „Der Zweite Weltkrieg – Ein Lexikon“ von Christian Zentner, 2005. Negativ fällt auf, dass es keinen Eintrag zu den Frauen gibt.
Wirklich weitergebracht, auch wenn die Wahl meines Themas eigentlich nicht auf den Bereich des Holocausts abzielen wollte, hat mich das „Lexikon des Holocaust“, herausgegeben von Wolfgang Benz, 2002. Nachdem ich ziemlich enttäuscht von den ersten Ergebnissen war, habe ich mich daran gemacht das Lexikon systematisch nach Frauen zu durchsuchen – gefunden habe ich 3 (vorausgesetzt ich habe nichts übersehen): Anne Frank, Haviva Reik und Roza Robota. Was die Frage aufwirft warum es nicht mehr Einträge gibt: spielen Frauen keine Rolle außerhalb des Hausfrauendaseins oder sind sie außerhalb dessen noch nicht erforscht? Ich tendiere zu Letzterem, denn die Tatsache, dass Haviva Reik und Roza Robota im Widerstand aktiv waren zeigt, dass es auch Frauen in diesem Bereich gab und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie nicht die Einzigen waren. Das verdeutlicht ein weiteres Mal wie wichtig es wäre sich mit dem Thema Nationalsozialismus und Frauen intensiver auseinanderzusetzen.
Während meiner Suche nach Frauen in diesem Lexikon, bin ich auch auf das KZ-Ravensbrück gestoßen – bis dorthin war es mir völlig unbekannt. Auch hier waren/sind vor allem die weiterführenden Literaturangaben von Interesse.
Ohne Ergebnis blieb die Suche im Österreich-Lexikon.
„Brockhaus – Die Bibliothek“ lieferte einen Eintrag zum Zweiten Weltkrieg – ziemlich umfassend, aber wiederum ohne spezielle Berücksichtigung der Frauen.
Bei meinem Streifzug durch die diversen Nachschlagewerke bin ich unter anderem auf das „Personen-Lexikon 1933-45“, herausgegeben von Hermann Weiß aus dem Jahre 2003 gestoßen. Ich möchte dieses „Ergebnis“ hier anführen um zu zeigen, dass auch Bücher und nicht nur Internetartikel unseriös sein können – auch wenn sie in einer Fachbereichsbibliothek stehen.
Am Relevantesten für mein Thema erschien mir die „Enzyklopädie des Holocaust“.Unter dem Stichwort „Frauen“ wurde ich zum Artikel über das KZ-Ravensbrück verwiesen. Dort fand ich zum ersten Mal den Hinweis auf weibliche Aufseherinnen und, dass das KZ auch als Ausbildungslager für Aufseherinnen der SS diente. Wiederum war das Literaturverzeichnis umfangreich und hilft bei der vertiefenden Recherche auf jeden Fall weiter.
Einen vielversprechenden Artikel im Hinblick auf Frauen im Nationalsozialismus habe ich auch im „Lexikon des deutschen Widerstandes“, herausgegeben von Wolfganz Benz und Walter H. Pehle, gefunden. Dort schreibt Christl Wickert einen 18 Seiten fassenden Beitrag mit dem Titel „Frauen zwischen Dissens und Widerstand“. Dabei gibt nicht nur der Artikel selbst wichtige Hinweise. Das ausführliche Literaturverzeichnis, in dem auch Werke aufscheinen, die Frauen außerhalb des Konzentrationslagers und Widerstandes thematisieren, ist eine große Hilfe.
Zusammenfassend kann ich festhalten, dass ich froh bin das Thema für die Recherche so breit gewählt zu haben, da ich mit meinem ursprünglichen Thema „Frauen als Täterinnen im Nationalsozialismus“ in den Nachschlagewerken wohl keine Chance auf ein verwertbares Ergebnis gehabt hätte. Die Recherche war vor allem im Hinblick auf die weiterführende Literatur, die bei den diversen Artikel angeführt wurde, erfolgreich.